Rhönradturnen

 

Rhönradturnen ist eine Turnsportart. Das Rhönrad besteht aus zwei stählernen Reifen, die durch Querstege miteinander verbunden sind. Das Rhönrad wurde vom Eisenbahner und Gewerkschafter Otto Feick entwickelt. Er benannte es nach seiner Heimat der Rhön, ein kleines Gebirge in Mitteldeutschland.
Im Rhönrad turnen ein oder mehrere Turner unter Ausnutzung der Rollbewegung des Rades. Das Rhönrad ist das einzige frei bewegliche Großturngerät und bietet eine Vielzahl von gymnastischen Übungsvarianten. Das Turnen mit dem Rhönrad schult Koordination, Kraft und Beweglichkeit. Besonders in der Disziplin Geradeturnen wird eine schonende Kräftigung aller Muskelgruppen erreicht. Der Stütz- und Bewegungsapparat erfährt eine gleichmäßige Belastung. Durch die aufrechte Körperhaltung im Rad wird Haltungsschäden vorgebeugt oder diese können behoben werden.

 

Beim Turnen mit dem Rhönrad unterscheidet man in die Disziplinen Geradeturnen, Spiraleturnen und Sprung.
Beim Geradeturnen bewegt sich das Rhönrad rollend auf beiden Reifen. Der Turner befindet sich dabei im Rad und bestimmt durch Körperverlagerung die Bewegungsrichtung. Man unterscheidet zwischen zentralen und dezentralen Übungen. Bei den zentralen Elementen befindet sich der Turner überwiegend im Radmittelpunkt, während er sich bei den dezentralen Elementen außerhalb des Radzentrums befindet. Beim Geradeturnen mit Musik werden die Bewegungen mit dem Rad frei gestaltet, um die Musik durch angepasste Bewegungen zu interpretieren.
Beim Spiraleturnen bewegt sich das Rhönrad kreisförmig auf einem Reifen. Durch entsprechende Körperverlagerung hält der Turner das Rad auf der Kreisbahn und führt dabei verschiedene Übungen aus. Man unterscheidet zwischen der "Grossen Spirale", bei der der Neigungswinkel des Rhönrades über 60° liegen soll, und der "Kleinen Spirale", bei der der Neigungswinkel des Rades unter 30° liegen soll.
Beim Sprung setzt der Turner das Rad von außen in Bewegung. Nach einem schnellen Anlauf und dynamischen Absprung gelangt der Turner auf das Rhönrad und erreicht durch kräftigen Abdruck bzw. Absprung eine Flugphase, um am Ende sicher auf der Matte zu landen. Man unterscheidet verschiedene Sprungarten (Salti, Überschläge, ...).
Eine besondere Faszination stellt der fließende Übergang vom Geradeturnen zum Spiraleturnen und wieder zurück während einer durchgehenden Turnübung dar.